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MICROSOFT-LIZENZIERUNG · MODUL 6 · SQL SERVER

SQL Server richtig lizenzieren:
Server/CAL oder pro Core?

SQL Server speichert die Daten vieler Unternehmensanwendungen. Einfach erklärt: Wann reicht Standard, wann wird Enterprise benötigt, wann zählt die Anzahl der User und wann werden physische oder virtuelle Cores lizenziert?

Standard bietet zwei Lizenzmodelle. Enterprise wird grundsätzlich pro Core lizenziert.

SQL Server Standard kann entweder über eine Serverlizenz plus SQL-CALs für die zugreifenden User beziehungsweise Geräte oder über Core-Lizenzen erworben werden. SQL Server Enterprise wird bei neuen Verträgen pro Core lizenziert. Bei Core-Lizenzierung sind keine zusätzlichen SQL-CALs erforderlich.

  1. 01Standard: Server/CAL oder Core-Lizenzierung.
  2. 02Enterprise: grundsätzlich Core-Lizenzierung.
  3. 03Physischer Server: alle Cores zählen, mindestens 4 Core-Lizenzen pro Prozessor.
  4. 04Einzelne VM: mindestens 4 Core-Lizenzen; Subscription oder aktive Software Assurance erforderlich.
  5. 05SQL-CALs und Windows Server CALs sind unterschiedliche Zugriffsrechte.

Drei wichtige Begriffe für SQL Server

SQL Server ist eine Datenbanksoftware. Je nach Lizenzmodell werden entweder User und Geräte oder Prozessorkerne gezählt.

SQL Server Standard

Eine Datenbankedition für typische Unternehmensanwendungen, erhältlich als Server/CAL oder Core-Modell.

SQL-CAL

Eine Zugriffslizenz für einen User oder ein Gerät beim SQL-Server/CAL-Modell.

Core-Lizenz

Eine Lizenz für einen physischen oder berechtigten virtuellen Prozessorkern; mindestens vier gelten pro Prozessor beziehungsweise VM.

Ein Beispiel aus der Praxis: Zehn bekannte Mitarbeitende nutzen eine interne Datenbank. SQL Server Standard mit einer Serverlizenz und zehn User-CALs kann passen. Bei einer öffentlichen Anwendung mit vielen unbekannten Zugriffen kann das Core-Modell sinnvoller sein.

01

Was ist SQL Server überhaupt?

SQL Server ist eine Datenbanksoftware. Sie speichert und verarbeitet beispielsweise Informationen aus einer Buchhaltungssoftware, einem ERP-System, einer Patientenverwaltung oder einer Webanwendung.

WINDOWS SERVER

Das Betriebssystem des Servers

Windows Server stellt die technische Grundlage bereit, auf der Anwendungen laufen können. Die dafür erforderlichen Windows-Rechte werden separat geprüft.

SQL SERVER

Die Datenbank hinter der Anwendung

SQL Server verwaltet die Daten. Eine Windows-Server-Lizenz enthält deshalb nicht automatisch eine SQL-Server-Lizenz.

Ein Server kann zwei getrennte Lizenzthemen haben.

Für einen Windows-Server mit SQL-Datenbank müssen die Betriebssystemlizenzen und die SQL-Server-Lizenzen jeweils eigenständig betrachtet werden.

02

Standard, Enterprise, Developer oder Express?

Welche Edition passt, hängt davon ab, wie groß die Anwendung ist, welche technischen Funktionen gebraucht werden und ob das System produktiv verwendet wird.

EditionGeeignet fürLizenzierung
SQL Server StandardTypische Unternehmensanwendungen und mittlere DatenbankenServer/CAL oder pro Core
SQL Server EnterpriseGroße, geschäftskritische oder stark virtualisierte DatenbankenBei neuen Verträgen grundsätzlich pro Core
SQL Server DeveloperEntwicklung und Tests, jedoch keine ProduktionKostenfreie Developer-Edition; 2025 als Standard Developer und Enterprise Developer
SQL Server ExpressKleine produktive Datenbanken mit technischen GrenzenKostenfrei; SQL Server 2025 mit maximal 50 GB je Datenbank
SQL Server Standard hat technische Grenzen.

Bei SQL Server 2025 ist Standard auf höchstens vier Prozessoren oder 32 Cores begrenzt – maßgeblich ist der niedrigere Wert. Ältere SQL-Versionen können andere Grenzen haben.

03

Server/CAL oder Core: Was ist der Unterschied?

Beim Server/CAL-Modell werden die Datenbankinstanz und ihre Zugriffe lizenziert. Beim Core-Modell zählt die Rechenleistung; die Zahl der zugreifenden SQL-User wird dann nicht zusätzlich lizenziert.

LizenzmodellWas wird gezählt?Wann passt es typischerweise?SQL-CALs nötig?
SQL Server Standard + CALServerlizenz und zugreifende User oder GeräteBekannte, überschaubare Anzahl an UsernJa, je zugreifendem User oder Gerät
SQL Server Standard CorePhysische oder berechtigte virtuelle CoresViele, wechselnde oder schwer zählbare ZugriffeNein, keine zusätzlichen SQL-CALs
SQL Server Enterprise CorePhysische oder berechtigte virtuelle CoresHohe Anforderungen oder Enterprise-FunktionenNein, keine zusätzlichen SQL-CALs
Einfaches Beispiel: 10 Mitarbeitende oder 2.000 Kunden?

Nutzen zehn bekannte Mitarbeitende eine interne Datenbankanwendung, kann Standard mit einer Serverlizenz plus zehn User-CALs passen. Bei einer öffentlichen Anwendung mit vielen Kunden ist Core-Lizenzierung häufig einfacher, weil keine einzelnen SQL-Zugriffe gezählt werden müssen.

04

Wann braucht jemand eine SQL-CAL?

Bei SQL Server Standard im Server/CAL-Modell benötigt jeder zugreifende User beziehungsweise jedes zugreifende Gerät eine passende SQL-CAL – auch wenn der Zugriff indirekt über eine Anwendung erfolgt.

USER-CAL

Eine Person nutzt mehrere Geräte

Eine Mitarbeiterin greift über Laptop und Büro-PC auf eine Anwendung mit SQL-Datenbank zu. Eine SQL-User-CAL kann die passende Zugriffslizenz sein.

DEVICE-CAL

Mehrere Personen teilen ein Gerät

Drei Mitarbeitende verwenden denselben Arbeitsplatz im Schichtbetrieb. Eine SQL-Device-CAL kann für dieses gemeinsam genutzte Gerät passen.

INDIREKTER ZUGRIFF

Die Anwendung ersetzt keine SQL-CAL

Zwanzig Personen arbeiten mit einem ERP-System, das mit nur einem technischen Konto auf SQL Server zugreift. Trotzdem zählen die tatsächlichen User oder Geräte hinter der Anwendung.

Windows-CAL ist nicht SQL-CAL.

Eine Windows Server CAL erlaubt nicht automatisch den Zugriff auf SQL Server. Umgekehrt ersetzt eine SQL-CAL keine erforderliche Windows Server CAL.

05

Wie viele SQL-Core-Lizenzen braucht ein physischer Server?

Beim physischen Core-Modell werden alle vorhandenen Prozessorkerne des Servers lizenziert. Microsoft verlangt mindestens vier Core-Lizenzen pro physischem Prozessor.

HardwareTatsächliche CoresSQL-Core-LizenzenWarum?
1 Prozessor mit 2 Cores24Mindestens 4 Core-Lizenzen pro Prozessor
1 Prozessor mit 4 Cores44Alle 4 Cores sind abgedeckt
2 Prozessoren mit jeweils 6 Cores1212Alle tatsächlichen physischen Cores zählen
SQL Server hat nicht dieselben Mindestwerte wie Windows Server.

Bei SQL Server gilt grundsätzlich ein Minimum von vier Core-Lizenzen je Prozessor. Die Windows-Server-Regel mit mindestens acht pro Prozessor und 16 pro Server darf nicht automatisch auf SQL übertragen werden.

06

Wie wird SQL Server in einer VM lizenziert?

Bei berechtigter Lizenzierung einer einzelnen virtuellen Maschine zählt die Zahl der zugewiesenen virtuellen Cores. Pro VM sind mindestens vier SQL-Core-Lizenzen erforderlich.

Virtuelle MaschineZugewiesene vCoresBenötigte SQL-Core-Lizenzen
Kleine SQL-VM2 vCores4 Core-Lizenzen
Übliche SQL-VM4 vCores4 Core-Lizenzen
Größere SQL-VM8 vCores8 Core-Lizenzen
Wichtig: Für Core-Lizenzierung einzelner VMs sind Subscription oder aktive Software Assurance erforderlich.

Eine Standard-Core-Lizenz für alle physischen Cores erlaubt nicht automatisch Standard-Instanzen in beliebig vielen VMs. Standard im physischen Core-Modell gilt grundsätzlich für das physische Betriebssystem; virtuelle Szenarien müssen über die passenden VM-Rechte oder Server/CAL geprüft werden.

07

Wann erlaubt SQL Enterprise unbegrenzt viele virtuelle Server?

Enterprise kann interessant werden, wenn viele SQL-Instanzen auf demselben physischen Host betrieben werden. Unbegrenzte Virtualisierung gibt es aber nicht allein durch den Namen Enterprise.

16 physische Cores sind mit Enterprise lizenziertErlaubte SQL-BetriebssystemumgebungenWichtig
Enterprise ohne aktive Software Assurance oder SubscriptionBis zur Zahl der zugewiesenen Core-Lizenzen – hier 16Weitere Umgebungen erfordern zusätzliche passende Rechte
Enterprise mit aktiver Software Assurance oder berechtigter SubscriptionUnbegrenzt viele physische oder virtuelle SQL-UmgebungenDer gesamte Host muss vollständig mit Enterprise lizenziert sein
Nicht mit Windows Server Datacenter verwechseln.

Windows Server und SQL Server haben getrennte Lizenzregeln. Auch wenn das Betriebssystem über Datacenter virtualisiert werden darf, muss SQL Server zusätzlich korrekt lizenziert sein.

08

Muss ein passiver Ersatzserver ebenfalls lizenziert werden?

Ein passiver SQL-Server wartet darauf, bei einer Störung die Aufgaben des produktiven Servers zu übernehmen. Ob dafür zusätzliche SQL-Lizenzen erforderlich sind, hängt insbesondere von Software Assurance beziehungsweise einer berechtigten Subscription ab.

OHNE SA / SUBSCRIPTION

Passive Instanzen sind nicht automatisch abgedeckt

Eine reine reguläre SQL-Lizenz enthält die besonderen Failover-Rechte nicht automatisch. Ein zweiter Server oder eine zweite VM muss deshalb separat geprüft werden.

MIT SA / SUBSCRIPTION

Zusätzliche passive Failover-Rechte können enthalten sein

Microsoft nennt je primärem Workload eine passive Hochverfügbarkeits-Instanz, eine passive Disaster-Recovery-Instanz und eine weitere passive Disaster-Recovery-Instanz in Azure – jeweils unter den geltenden Bedingungen.

Passiv heißt wirklich passiv.

Der Ersatzserver darf keine produktiven SQL-Daten an User oder Geräte ausliefern und keine aktive produktive SQL-Arbeitslast übernehmen. Reporting und andere aktive Nutzung müssen gesondert lizenziert werden.

09

Welches SQL-Modell passt zu welchem Einsatz?

SituationNaheliegendes ModellZusätzlich prüfen
Interne Anwendung mit wenigen bekannten UsernSQL Server Standard + CAL prüfenUser-CALs oder Device-CALs und indirekte Zugriffe
Viele Kunden oder unbekannte ZugriffszahlenSQL Server Standard Core prüfenPhysische oder virtuelle Cores und VM-Voraussetzungen
Viele virtuelle SQL-Instanzen auf einem HostSQL Server Enterprise Core prüfenVollständige Host-Lizenzierung und aktive SA oder Subscription
Entwicklung oder Test ohne produktive NutzungSQL Server Developer prüfenKeine produktive Nutzung
Kleine produktive DatenbankSQL Server Express prüfenTechnische Grenzen und Datenbankgröße
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Diese Fragen sollten vor dem Kauf geklärt sein

  1. 01Wird SQL Server Standard oder Enterprise tatsächlich benötigt?
  2. 02Ist die Zahl der zugreifenden User beziehungsweise Geräte bekannt?
  3. 03Soll Server/CAL oder Core-Lizenzierung verwendet werden?
  4. 04Wird SQL Server direkt auf einem physischen Server oder in einer VM betrieben?
  5. 05Sind mindestens vier Core-Lizenzen je Prozessor beziehungsweise je berechtigter VM berücksichtigt?
  6. 06Liegen aktive Software Assurance oder eine passende Subscription vor?
  7. 07Werden indirekte Zugriffe, Failover-Server oder Azure-Szenarien genutzt?

Wenige bekannte User? Server/CAL prüfen. Viele Zugriffe? Cores prüfen. Viele SQL-VMs? Enterprise und SA prüfen.

Die passende SQL-Lizenz hängt von der Edition, der tatsächlichen Zugriffszahl, dem physischen oder virtuellen Einsatz und den ergänzenden Rechten ab. Windows Server und SQL Server müssen immer getrennt betrachtet werden.

Geprüft anhand offizieller Microsoft-Informationen

Maßgeblich bleiben die für den jeweiligen Vertrag, Erwerbszeitpunkt und konkreten Einsatz geltenden Microsoft Product Terms.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag erklärt grundlegende Regeln für SQL Server 2025. Individuelle Vertragsbedingungen, frühere Produktversionen, Hosting-Szenarien und Ausnahmen müssen gesondert geprüft werden.