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MICROSOFT-LIZENZIERUNG · MODUL 5 · WINDOWS SERVER

Windows Server richtig lizenzieren:
Standard, Datacenter und Cores

Welche Windows-Server-Lizenz wird wirklich benötigt? Hier erfahren Sie einfach und verständlich, wann Standard reicht, wann Datacenter sinnvoll ist, wie physische und virtuelle Cores gezählt werden und wofür CALs erforderlich sind.

Zuerst den Server lizenzieren. Danach die Zugriffe prüfen.

Windows Server Standard und Datacenter werden anhand von Prozessorkernen lizenziert. Bei einem physischen Server zählen alle vorhandenen Cores, mindestens acht pro Prozessor und 16 pro Server. Zusätzlich benötigen zugreifende User oder Geräte im klassischen Lizenzmodell normalerweise eine CAL.

  1. 01Standard passt meist zu wenigen virtuellen Servern.
  2. 02Datacenter erlaubt nach vollständiger Host-Lizenzierung unbegrenzt viele Windows-Server-VMs.
  3. 03Physische Server: mindestens 8 Cores pro Prozessor und 16 pro Server.
  4. 04Einzelne VMs: mindestens 8 Core-Lizenzen – nur bei berechtigter Subscription oder Software Assurance.
  5. 05Windows Server CALs regeln den Zugriff von Usern oder Geräten.

Drei wichtige Begriffe für Windows Server

Bei Windows Server muss unterschieden werden, welche Prozessorkerne lizenziert werden und wer auf den Server zugreifen darf.

Physischer Core

Ein echter Prozessorkern in der Hardware eines Servers.

Virtueller Core

Ein virtueller Prozessorkern, der einer virtuellen Maschine zugewiesen wird.

CAL

Eine zusätzliche Zugriffslizenz für einen User oder ein Gerät.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Server hat zwei Prozessoren mit jeweils acht Cores. Deshalb müssen 16 physische Cores lizenziert werden. Greifen Mitarbeitende auf Serverdienste zu, können zusätzlich User- oder Device-CALs erforderlich sein.

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Was ist überhaupt Windows Server?

Windows Server ist das Betriebssystem für einen Server – also einen Computer, der beispielsweise Dateien, Anwendungen oder zentrale IT-Dienste für andere Geräte bereitstellt.

PHYSISCHER SERVER

Ein echter Computer im Rechenzentrum

Ein physischer Server besteht aus Hardware: Prozessoren, Arbeitsspeicher und Datenträgern. Seine echten Prozessorkerne heißen physische Cores.

VIRTUELLER SERVER

Ein Server innerhalb eines Servers

Auf einem physischen Server können mehrere virtuelle Maschinen laufen. Jede virtuelle Maschine erhält eigene virtuelle Prozessorkerne, sogenannte vCores.

Windows Server ist nicht Windows Enterprise.

Windows Enterprise gehört zu Windows Client auf PC oder Notebook. Die allgemeinen Windows-Server-Editionen heißen Standard und Datacenter.

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Was ist der Unterschied zwischen Standard und Datacenter?

Beide Editionen stellen Windows Server bereit. Der wichtigste Unterschied für die Lizenzplanung ist, wie viele virtuelle Windows-Server-Instanzen auf einem vollständig lizenzierten Host laufen dürfen.

EditionPasst typischerweise fürVirtuelle Windows ServerZugriff
Windows Server StandardPhysische Server oder wenige virtuelle ServerBis zu 2 VMs pro vollständiger Host-LizenzierungWindows Server CALs grundsätzlich erforderlich
Windows Server DatacenterViele virtuelle Server oder stark virtualisierte UmgebungenUnbegrenzt viele VMs auf dem vollständig lizenzierten HostWindows Server CALs grundsätzlich erforderlich
Unbegrenzt bedeutet nicht kostenlos.

Auch bei Datacenter müssen alle physischen Cores des Hosts korrekt lizenziert sein. CALs, andere Serverprodukte und zusätzliche Funktionen können separat erforderlich sein.

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Wie viele Core-Lizenzen braucht ein physischer Server?

Ein Core ist ein Prozessorkern. Für einen vollständig lizenzierten physischen Server gelten drei einfache Regeln: alle tatsächlichen Cores lizenzieren, mindestens acht pro Prozessor und mindestens 16 pro Server.

HardwareTatsächliche CoresBenötigte Core-LizenzenWarum?
1 Prozessor mit 8 Cores816Mindestens 16 Core-Lizenzen pro Server
2 Prozessoren mit jeweils 8 Cores1616Alle 16 Cores sind abgedeckt
2 Prozessoren mit jeweils 12 Cores2424Alle tatsächlichen physischen Cores zählen
Merksatz: 8 pro Prozessor, 16 pro Server – und immer alle echten Cores.

Ein Server mit mehr als 16 physischen Cores darf nicht einfach mit einem einzigen 16-Core-Paket als vollständig lizenziert betrachtet werden.

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Warum bekommt Standard nur zwei virtuelle Server?

Wenn alle physischen Cores eines Servers einmal mit Standard lizenziert sind, erlaubt dieses klassische Host-Modell grundsätzlich bis zu zwei virtuelle Windows-Server-Instanzen. Für weitere virtuelle Server werden die vollständigen Host-Lizenzen erneut benötigt.

Server mit 16 physischen CoresVirtuelle Windows ServerBenötigte Core-LizenzenErklärung
Standard – Host einmal lizenziertBis zu 2 VMs16 Standard-Core-LizenzenAlle physischen Cores einmal abgedeckt
Standard – Host zweimal lizenziertBis zu 4 VMs32 Standard-Core-LizenzenAlle physischen Cores zweimal abgedeckt
Datacenter – Host einmal lizenziertUnbegrenzt viele VMs16 Datacenter-Core-LizenzenDer gesamte Host ist mit Datacenter abgedeckt
Wichtig beim physischen Windows-Host

Die vereinfachte Zwei-VM-Regel setzt voraus, dass eine physische Windows-Server-Installation nur für die Verwaltung und Bereitstellung der virtuellen Server genutzt wird. Für abweichende Szenarien gelten die jeweiligen Microsoft Product Terms.

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Wann können virtuelle Cores statt physischer Cores gezählt werden?

Microsoft erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen auch die Lizenzierung einzelner virtueller Maschinen. Dann zählen die der VM zugewiesenen virtuellen Cores – benötigt werden jedoch mindestens acht Core-Lizenzen pro VM.

Virtuelle MaschineZugewiesene vCoresBenötigte Core-Lizenzen
Kleine VM4 vCores8 Core-Lizenzen
Mittlere VM8 vCores8 Core-Lizenzen
Größere VM12 vCores12 Core-Lizenzen
Die Lizenzierung einzelner VMs ist nicht automatisch enthalten.

Microsoft verlangt hierfür Subscription-Lizenzen oder Lizenzen mit aktiver Software Assurance. Ob das konkrete Vertrags-, Hosting- und Verschiebungsszenario berechtigt ist, muss zusätzlich geprüft werden.

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Was sind User-CALs und Device-CALs?

Eine Core-Lizenz erlaubt den Betrieb von Windows Server. Eine Client Access License – kurz CAL – regelt im klassischen Modell zusätzlich, welcher User oder welches Gerät auf die Serverdienste zugreifen darf.

USER-CAL

Die Zugriffslizenz gehört einer Person

Eine Mitarbeiterin greift mit Laptop, Smartphone und Büro-PC auf Serverdienste zu. Eine User-CAL passt, weil die berechtigte Person zählt – nicht jedes einzelne Gerät.

DEVICE-CAL

Die Zugriffslizenz gehört einem Gerät

Mehrere Mitarbeitende nutzen denselben PC im Schichtbetrieb. Eine Device-CAL kann passen, weil dieses eine Gerät von verschiedenen Personen verwendet wird.

RDS-CAL

Remote Desktop kann eine zusätzliche Lizenz erfordern

Wer Remote Desktop Services für bereitgestellte Desktops oder Anwendungen nutzt, benötigt grundsätzlich zusätzlich eine passende RDS-CAL. Sie ersetzt die Windows Server CAL nicht automatisch.

Für Azure- und Pay-as-you-go-Szenarien gelten teilweise andere Regeln.

Microsoft nennt Ausnahmen von der klassischen Windows-Server-CAL-Pflicht, beispielsweise bei bestimmten Pay-as-you-go-Modellen. RDS-Rechte müssen trotzdem separat geprüft werden.

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Welches Modell passt zu welchem Unternehmen?

SituationNaheliegendes ModellZusätzlich prüfen
Ein Host mit ein oder zwei virtuellen ServernWindows Server StandardAlle physischen Cores und erforderliche CALs
Ein Host mit vielen virtuellen ServernWindows Server Datacenter prüfenGesamtkosten und konkrete Virtualisierungsrechte
Nur einzelne VMs sollen gezielt lizenziert werdenVM-Lizenzierung prüfenAktive Software Assurance oder berechtigte Subscription
Viele Personen teilen wenige GeräteDevice-CALs prüfenTatsächliche Zugriffswege und Anzahl der Geräte
Eine Person nutzt mehrere GeräteUser-CALs prüfenTatsächliche Nutzerzahl und weitere Zugriffslizenzen
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Diese Fragen sollten vor dem Kauf geklärt sein

  1. 01Wird Windows Server Standard oder Datacenter benötigt?
  2. 02Wie viele Prozessoren und physische Cores hat der Host?
  3. 03Sind mindestens acht Cores je Prozessor und 16 Cores je Server berücksichtigt?
  4. 04Wie viele virtuelle Windows-Server-Instanzen sollen gleichzeitig laufen?
  5. 05Soll der ganze Host oder eine berechtigte einzelne VM lizenziert werden?
  6. 06Brauchen User oder Geräte zusätzlich Windows Server CALs?
  7. 07Werden Remote Desktop Services oder andere zusätzliche Zugriffsrechte verwendet?

Der Host bestimmt die Cores. Die Edition bestimmt die Virtualisierung. CALs regeln den Zugriff.

Standard passt häufig bei wenigen virtuellen Servern. Datacenter lohnt sich eher bei vielen VMs. Und eine einzelne VM darf nur unter den dafür vorgesehenen Lizenzbedingungen separat nach virtuellen Cores lizenziert werden.

Geprüft anhand offizieller Microsoft-Informationen

Maßgeblich bleiben immer die für den jeweiligen Vertrag, Erwerbszeitpunkt und konkreten Einsatz geltenden Microsoft Product Terms.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag erklärt grundlegende Microsoft-Lizenzregeln. Individuelle Vertragsbedingungen, Hosting-Szenarien und Produktausnahmen müssen gesondert geprüft werden.